5 Argumente von Eltern für eine PC-Kindersicherung

 

Hilfe zur Selbsthilfe im Kindersicherungsworkshop von SicherDeinWeb

Hilfe zur Selbsthilfe im Kindersicherungsworkshop von SicherDeinWeb

Seit Dezember 2010 bieten wir von SicherDeinWeb gemeinsam mit dem Jugendschutz Frankfurt und dem Verein Eltern für Schule e.V. in Frankfurt den Workshop „Kindersicherung- so mache ich meinen Familiencomputer fit“ an. Nach einem halben Jahr, vier Workshops und den Diskussionen mit ca. 80 Eltern aus Frankfurt fasse ich nun meine Erfahrungen kurz zusammen und benenne fünf zentrale Argumente der Eltern für die Einführung einer lokalen Kindersicherung auf dem Familien-PC.

 

Erkenntnisse aus dem Workshop Kindersicherung

  • Die Kinder der Workshopteilnehmer sind zwischen 8 und 14 Jahre alt
  • Alle Kinder sind im Internet aktiv, sehr viele davon auch über mobile Endgeräte wie Handy, Wii, Nintendo DS und X-Box und Playstation
  • Viele Eltern fragen nach der Rechtslage von Musikstreaming (YouTube) und illegalen Musikdownloads & Filmen
  • Ein Teil der Eltern nutzt bereits ein sicheres Passwort mit 8 Zeichen und mehr (Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen)
  • Ein Großteil der Eltern differenziert nicht die Benutzerkonten des PCs nach Administrator (volle PC-Rechte) und Standardnutzer (eingeschränkte PC- Rechte)

 

5 Argumente von Eltern für eine PC-Kindersicherung

Wir zeigen im Workshop die Anwendungs- und Filtermöglichkeiten von Kindersicherungssoftware am Beispiel von „Kindersicherung 2011“ der Salfeld Computer Gmbh. In den abschließenden Diskussionen sprechen wir mit den Eltern darüber, wie man mit den Kindern die Einführung einer solchen Software besprechen kann.

Eltern beim Workshop Kindersicherung

Eltern beim Workshop Kindersicherung

In den gemeinsamen Diskussionen nennen die Eltern viele überzeugende Argumente, die für einen Einsatz sprechen. Ich fasse die fünf zentralen Argumente zusammen.

1. Freiraum: „Ich darf  jetzt auch mal alleine im Internet surfen“. Der Gewinn an Sicherheit für die Eltern, ist vor allem auch ein Gewinn an Freiheit für die Kinder. Eine Mutter bestätigte im Workshop, dass sie mit der installierten Software, die jugendgefährdende Inhalte herausfiltert, viel eher bereit ist, ihr Kind unbeobachtet ins Internet zu lassen.

2. Sicherheit: „Wenn der PC gesichert ist, lade ich nicht aus Versehen etwas runter, das Geld kostet.“ Auch Kinder fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, dass eine Filtersoftware dafür sorgt, dass sie aus Versehen illegale Musik herunterladen oder sie auf einen Trick einer Hausaufgaben-Abzocke-Webseite wie www.hausaufgaben.de hereinfallen.   Diese eigene Sicherheit ist vergleichbar mit dem Gurt bei einem Auto. Das Internetsurfen erfolgt selbstverständlich und ohne Angst, dass gleich die nächste Abmahnung ins Haus flattert.

3. Reflexion: „Die 30 Minuten hebe ich mir für Sonntag auf- da will ich mit Jonas zusammen surfen“. Die Eltern sprechen nach unserem Workshop mit ihren Kindern gemeinsam über die Anzahl der Stunden, die sie vor dem PC und im Internet verbringen. Die gemeinsam vereinbarte Zeit, zum Beispiel eine Stunde Internet am Tag, führt dazu, dass die Kinder ihren Medienkonsum bewusst reflektieren. Mit dem TAN System haben Eltern bei der Salfeld Software die Möglichkeit, Bonuszeiten (z.B. 30 Minuten) extra zu vergeben. Diese Bonuszeiten können Kinder gezielt einsetzen und so lernen sie mit ihrem eigenen Computerkonsum zu haushalten.

4. Orientierung: „Es gibt Sendungen im Fernsehen, die nur für Erwachsene gedacht sind. Im Internet ist das auch so.“

Kinder wissen, dass nicht alle Inhalte, die es im Internet gibt für sie geeignet sind. Diese Erfahrungen haben sie bereits im Kindergartenalter mit dem Fernsehen gemacht. Die Eltern in den Workshops bestätigen, dass die Kinder das „Wegfiltern“ bestimmter Inhalte als nachvollziehbar und in Ordnung empfinden. Die Kindersicherungssoftware dient der inhaltlichen (Werte-) Orientierung, was in ihrem Alter ok ist und was nicht.

Eltern bringen ihren eigenen Laptop zum Workshop mit

Eltern bringen ihren eigenen Laptop zum Workshop mit

 

 

 

 

 

-5. Nutzungsrechte: „Wenn der PC gesichert ist, brauche ich keine Angst haben, dass ich aus Versehen etwas kaputt mache.“

Die Kinder haben nach der Installation und Konfiguration der Software haben nur noch eingeschränkte Rechte am Computer. Diese Einschränkung wird individuell nach Kompetenz und Alter von den Eltern festgelegt. Zum Beispiel bestimmen die Eltern, ob die Kinder eigenständig Software aus dem Internet herunterladen und installieren oder Eingriffe in die Systemsteuerung machen dürfen. „Ich brauche keine Angst haben, denn Mama hat den Computer so eingestellt, dass ich keine wichtigen Änderungen machen kann.“ Eine Einschränkung der Rechte kann also von den Kindern demnach als Befreiung und klare Orientierung empfunden werden. Das Kind weiß, woran es ist und muss Mama oder Papa fragen, wenn es sich z.B. ein Spiel installieren möchte.

Fazit: Diese 5 Argumente für eine PC Kinersicherung habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern sind die Erfahrungen und Einschätzungen der Eltern aus unseren Workshops. Kinder lassen sich vor allem dann Überzeugen, wann man die klaren Vorteile benennt, die für sie dabei herausspringen.

 

Ihr Feedback bringt uns weiter!

Ich freue mich über positives sowie kritisches Feedback zu diesem Artikel und unseren Workshop! Egal, ob als Kommentar hier auf dem Blog oder auf unserer Facebookseite.

Anmeldung zum Workshop Kindersicherung

Sie möchten an einem unserer Workshops zum Thema Kindersicherung teilnehmen? Gerne können sie sich beim Jugendschutz Frankfurt vorab anmelden oder uns eine E-Mail schicken:

Ansprechpartner: Florian Borns

E-Mail: info@sicher-dein-web.de

Nach der Sommerpause 2011 geht’s weiter. Die genauen Termine stehen noch nicht fest.

Wenn sie diesen Artikel hilfreich finden, würde es mich freuen, wenn sie ihn an Freunde weiterleiten.

Florian Borns

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4 Kommentare zu 5 Argumente von Eltern für eine PC-Kindersicherung

  1. Tobias J. sagt:

    Zu Beginn : Wenn keine Lust auf eine Extrem dumme, sinnlose, übertriebene und durch und durch faktisch falschen Erguß von Hormonen eines in der Pupertät feststeckenden Idioten, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat ( geschweige denn von Rechtschreibung) bitte ich sie nun diese Nachricht zu löschen.

    Also ich als Jugendlicher( Kind ?!) denke das Kindersicherungen allgemein ein Produkt des Beherrschungswillen von Eltern ist die sich offenbar nicht in der Verfassung sehen ein Vernünftiges Gespräch mit ihren Sprösslingen zu führen und Stattdessen auf Mittelalterliche Erziehungsmethoden zurückgreifen . Sie erfüllen ihren Zweck. Das kann ihnen niemand vorwerfen. Natürlich denke ich das es nicht Pädagogisch wertvoll ist seine Kinder auf YouPorn gehen zu lassen, oder das es Statt eine Gutenachtgeschichte vorzulesen eine Runde Counterstrike zu zocken. Allerdings spätestens ist damit am dem Tag Schluss an dem das Kind nicht über solche Dinge stolpert, sondern Aktiv danach sucht. Es gibt tausend Wege ein solches System auszuhebeln, keine einzige Kindersicherung ist sicher wenn man denn den Willen(die Hormone) dazu aufbringt. Gezeigt wies geht wird es ja im bösen, bösen Internet bzw. vom noch böserem Kumpel der einfach nen Stick auf dem Ubuntu drauf ist mitbringt.
    Also…
    Bei jüngeren Kindern, also zwischen 7 und 12 , ist so eine Solche Software sinnvoll –
    Bei Älteren stellt sich die Frage ob die Eltern die totale Kontrolle freiwillig bzw. auf Kosten des Verhältnisses zu ihrem Kind aufgeben müssen.
    Denn…
    Alle ihre Argumente für den Kauf eines solchen Programms sind einem Jugendlichen so egal wie das neue Album von Heino. Sie könnten höchstens bei der oben beschriebenen jüngeren Altersgruppe ziehen und selbst das auch nur wenn die Eltern wirklich die Naivität ihres Kindes ausnutzen möchten.
    Deshalb…
    möchte ich Sie herzlich bitten mich in meiner kindlichen Dummheit (welche sich unter anderem in mangelnden Rechtschreibkenntnissen manifestierte hat ) von meiner geistigen Umnachtung zu befreien und mich über ihr wundervolles Werkzeug der Beschneidung der Freiheit von geistig minderbemittelten wie wir aufzuklären.

    MFG ( suche dämliches Pseudonym)
    (Tobi)

  2. sdw sagt:

    Hallo Tobi,
    vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich finde es richtig gut, dass Du die Perspektive von Jugendlichen / Kinder betonst und in die Diskussion bringst!

    Das Wichtigste zuerst: Vollkommen richtig, solche Kindersicherungen sind Werkzeuge und entscheidend ist, wie die Nutzung des Werkzeugs in die übergeordnete Erziehungsstrategie eingebunden wird.
    Und wir betonen stark, dass solche Werkzeuge auf keinen Fall die elterliche Begleitung ersetzen, also eine Art Autopilot in der Medienerziehung ist. Meiner Meinung nach ist eher das Gegenteil der Fall, solche Sicherungen sind ein guter Einstieg, um den Austausch von Kind/ Jugendlichen und Eltern zu intensivieren.

    Sich blind auf solch eine Sicherung zu verlassen ist naiv, Du zeigst ja richtig auf, dass solche Systeme im Ganzen und im Detail nie eine 100% Sicherheit garantieren können! Gerade deswegen setzen wir stark auf eine Stärkung des Dialoges innerhalb der Familien. Medienerziehung ist keine Einbahnstrasse.

    Auch Deine Einschätzung zur Hauptzielgruppe von Sicherungen teile ich, es sind hauptsächlich Stützräder und Sicherheitshelme für Einsteiger ins Netz, in der Regel also Kinder.
    Bei Jugendlichen tritt das inhaltliche Filtern in meinen Augen etwas in den Hintergrund, dafür können bei vielen anderen Komponenten wie das Zeitmanagement wichtige Erziehungshilfen sein.

    In diesem Artikel reflektieren wir die Workshops, ich denke hier stecken viele zentrale Gedanken drin: http://www.sicher-dein-web.de/allgemein/medienerziehung-heute-sicherdeinweb-im-interview

    Im Kern ist es eine Frage der Perspektive: Ist es eine Begrenzung der Freiheit, dass der Führerschein erst ab 18 Jahren gemacht werden darf?

    Andersrum gedacht: Wie würdest Du Deine hypothetische 5-jährige Tochter an das Internet führen?

    Ich hoffe die Antworten machen das Thema etwas klarer, natürlich freuen wir uns auch auf weitere Anregungen und Fragen. Danke für Deinen Input und das Interesse,
    Gregory Grund vom Team SicherDeinWeb

  3. Aron sagt:

    Eine Kindersicherung wird aber meist nur als Stopp für die extreme Nutzung des PC’s eingesetzt , was aber zu unverständlichkeit und falsche Hoffnung führt.
    Diese Kindersicherung ist (nicht böse gemeint) der letzte Matsch. Wer seine Kinder richtig über das Internet aufklärt , braucht sowas nicht. Außerdem denke ich , es ist gegen die bürgerliche Freiheit , aber es ist nur eine Meinung. Man muss nur lernen , wie man sich verhalten soll. Eine Kindersicherung hilft da nicht so viel , wie ein gutes Gespräch mit Eltern

  4. Hallo Aron Rieken,
    danke für deinen Kommentar! Ich stimme dir zu, dass ein gutes Gespräch mit dem Kind das allerwichtigste ist. Eine Kindersicherung kann immer nur eine beleitende technische Maßnahme sein. Interessanterweise sagen einige Eltern nach unseren Workshops zum Thema Kindersicherung, dass sie jetzt wissen, wie sie funktionieren und sie jetzt aber keine technische Maßnahme einsetzen wollen.
    Wir verstehen unsere Elternworkshops zum Thema Kindersicherung auf Smartphones, Tablets & PCs nicht als Werbung für Kindersicherung, sondern als Aufklärung. Jedes Elternteil soll nach dem Workshop selbst eine kompetente Entscheidung treffen können, ob es eine Kindersicherung einsetzt oder nicht.

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