Facebook Gruppen für den Unterricht

Das persönliche (Lehrer-) Profil von Martin Kurz auf Facebook

Das persönliche (Lehrer-) Profil von Martin Kurz auf Facebook

Martin Kurz ist Realschulleiter der Adolf Reichwein Schule in Langen und nutzt Facebook zur Unterrichtsbegleitung seiner 10. Klasse in Mathe und Physik. Mit großem Interesse habe ich seinen Vortrag bei der Frankfurter Medienbildungsmesse 2011 verfolgt. Im Vortrag und im anschließenden Gespräch wurde mir klar: Hier ist ein Praktiker am Werk, der bereit ist, auszuprobieren, die  Vorteile von Facebook zu nutzen und zugleich seine Rolle als Lehrer zu reflektieren. Spannend!

 

Martin_Kurz_Prezi Vortrag (cc Lizenz)

Martin_Kurz_Prezi Vortrag (cc Lizenz)

Wenn der Wind des Wandels weht…

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ Dieses chinesische Sprichwort zitiert Martin Kurz zu Beginn seines interessanten Prezi-Vortrags (allgemein abrufbar als Creative Common Lizenz) und bringt es auf den Punkt. Seit Jahren diskutieren Pädagogen darüber, wie interaktives und „informelles“ Lernen funktionieren können. Und jetzt, da ein Großteil der jungen Leute in dem sozialen Netzwerk Facebook aktiv sind, nutzt er die Chance: Statt nur zu warnen, mit dem Zeigefinger auf das „böse Facebook“ zu zeigen oder gar seinen Account abzumelden wie Verbrauerschutzministerin Ilse Aigner, macht er einen mutigen Schritt. In seiner 10 Klasse der Realschule, führt er eine Facebookgruppe und redet öffentlich darüber. 

Beim Open Course 2011 zur Zukunft des Lernens an der Universität Frankfurt sorgte er mit seinem Facebook-Erfahrungsbericht schon für Aufsehen und Respekt innerhalb der pädagogischen Community. Auch sein Update zeigt ihn als reflektierten Lehrer, der bereit ist, seine ganze Persönlichkeit einzubringen.

Ich fasse hiermit, die von ihm genannten Vorteile von Facebook-Gruppen zusammen und wiederhole, was seiner Ansicht nach aus Lehrersicht zu beachten ist.

7 Vorteile von Facebook-Gruppen im Unterricht (8-10 Klasse):

1. Die Schüler sind schon da: 80 % sind in seiner Klasse auf Facebook

2. Gelebtes „informelles“ Lernen: Vor Arbeiten wird in der Gruppe nachgefragt. Lehrer kann eingreifen, wenn falsche Lösungen angeboten werden.

3. Freiwilligkeit: Schüler nehmen freiwillig teil, die schulische Lernplattform „Moodle“ ist dagegen Pflicht für alle

4. Starke Zubringerfunktion: Deutlich mehr Erfolg in Moodle seitdem er in Facebook aktiv ist.

5. Facebook Kommunikation ersetzt E-Mail Kommunikation

6. Effiziente Schüler-Lehrer Kommunikation: Es gelingt Herrn Kurz über Facebook besseren Kontakt zu schwer ansprechbaren Schülern zu kommen.

7. Neue pragmatische Umgangsform zwischen Lehrer und Schüler, die zukünftig eher zu- als abnehmen wird.

Was ist bei schulischen Facebook Gruppen zu beachten?

  • Martin Kurz tritt in Facebook nur als Lehrer auf
  • Den bewussten Umgang mit Facebook muss er als Lehrer und alle Schüler erlernen. Er betont mehrmals wie wichtig er ist.
  • Datenschutz (Schutz der persönlichen Daten, Facebook Nutzungsbedingungen, Grundsätze und Datenschutzrichtlinien)
  • Sensibilisierung und Coaching der Schüler: An seiner Schule werden Internet- Scouts durch Medienpädagogin Angelika Beranek ausgebildet
  • Keine Freundschaftsanfragen an Schüler! Nur umgekehrt.
  • In Facebook stehen redundante Infos. Schüler, die nicht auf Facebook aktiv sein möchten, dürfen keine Nachteile entstehen.

 

Besonderer Linktipp von Martin Kurz: http://facebookforeducators.org/handouts

Kontakt zu Martin Kurz:

http://kurzblog.de

E-Mail: Martin(at)kurz.net

Autor des Artikels: Florian Borns

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3 Antworten auf Facebook Gruppen für den Unterricht

  1. Martin Kurz sagt:

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | CSS Hack]
    Hey, coole Zusammenfassung 🙂
    Besonders die gelungene Auflistung der 7 Vorteile finde ich richtig gut. Wusste gar nicht, was alles so im Vortrag steckte.
    Lieben Dank, Florian.

  2. Hi Martin!
    Na, die schlauen Reflexionen stammen ja von dir und ich habe nur die Fleißarbeit gemacht:)
    Und zu den 7 Vorteilen: Ja, ich liebe Aufzählungen im Web. Ich wollte deine Aussagen einfach zusammenfassen. Da bot sich das an. Den ausführlichen Erfahrungsbericht kann man ja dann bei dir lesen…

  3. Pingback: Thesen für 2012: Lernen, Arbeiten & Sicherheit im Web 2.0 | SicherDeinWeb

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