Facebook, meine Familie und ich

Aus: Info3 - Oktober 2012

Das Magazin Info3 widmet sich in der Oktober-Ausgabe dem Thema „Schöne blaue Welt: Facebook und die Sehnsucht nach Verbundenheit“. Der Artikel „Facebook, meine Familie und ich“ beinhaltet ein Interview und Praxistipps mit Gregory Grund von SicherDeinWeb.
Der Artikel wurde uns freundlicherweise von Info3 zur Veröffentlichung überlassen. Sie können den vollständigen Artikel als PDF-Datei hier abrufen und einige Zitate hier lesen.

Gregory Grunds Empfehlungen für Eltern, deren Kinder sich zum ersten Mal bei Facebook anmelden wollen:

Wenn Sie Ihrem Kind ein Konto gestatten (offiziell ist Facebook für Personen ab 13 Jahren), begleiten Sie es und handeln Sie mit ihrem Kind einige Regeln aus. Beispiele könnten sein:

  • Das vollständige Lesen der AGbs
  • Nicht den Klarnamen verwenden
  • Eine frische E-Mailadresse nutzen
  • Kein Bild hochladen, auf dem das Kind oder andere Personen zu erkennen sind.
  • Datensparsamkeit auch in dem Sinne, dass nicht alle optionalen Felder im Profil ausgefüllt werden müssen
  • Freundschaftsanfragen nur von Personen annehmen, die persönlich bekannt sind
  • Regelmäßiges Löschen von alten Postings und Kommentaren

Sie veranstalten ja auch Workshops mit SchülerInnen. Wie schätzen Sie deren Problembewusstsein in Sachen Datenschutz und Privatsphäre ein?

Stark unterschiedlich, aber im Schnitt wahrscheinlich ausgeprägter, als viele annehmen. Erstaunlich finde ich, wie gut sich viele Jugendliche untereinander informieren. Gibt es eine neue Änderung an den Privatsphäre-Einstellungen, werden diese oft von den Jugendlichen selbst in ihre Netzwerke kommuniziert. Dennoch: Viele haben zwar ein Problembewusstsein, insbesondere wenn ein Perspektivenwechsel wie die ersten Bewerbungen ansteht, brauchen aber Unterstützung mit konkreten und handlungsorientierten Tipps.

Eltern und Lehrer klagen oft, dass sie sich mit dem Thema Medien- nutzung und insbesondere mit dem Feld der Sozialen Medien über- fordert fühlen. Andererseits nutzen doch auch die meisten Erwachsenen das Internet, viele haben ein Smartphone und nicht wenige sind selbst bei Facebook oder Twitter. Woher kommt diese Unsicherheit?

Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist sehr hoch. Heute dominierende Unternehmen wie Apple, Google und Facebook sind recht jung, der Abstand zwischen technischen Quantensprüngen wird immer kürzer. Wir sind also eigentlich ständig am Experimentie- ren – das könnte Kern vieler Unsicherheiten sein. Lehrer sind es traditionell gewohnt, dass sie den zu vermittelnden Stoff kennen und beherrschen, also einen Wissensvorsprung haben. Den haben sie bei vielen Themen rund um die Mediennutzung nicht. Hier geht es oftmals nur, wenn gemeinsam neu gelernt wird.

Was bedeutet das für die Position der Lehrer?

Die Rolle des Lehrers wandelt sich, weg von einem allwissenden Vermittler hin zu einem Begleiter von Lernprozessen, die im Vorhinein nicht geplant sein können. Auch er lernt lebenslang. Wir können viel von Kindern und Jugendlichen lernen, das ist in dieser Form historisch einmalig. Um sich dem anzupassen, müssen wir traditionelle Konzepte z.B. von Hierarchie und Fehlerkultur aktualisieren. Und dieser große Wandel könnte Quelle vieler Unsicherheiten sein.

Die Fragen stellte Laura Krautkrämer.

Wir danken dem Magazin Info3 für die Genehmigung diesen Artikel zu veröffentlichen. Den vollständigen Artikel finden hier in dem PDF-Dokument.

Hier noch zwei Buchtipps von SicherDeinWeb:

Ratgeber für Eltern: Mein Kind ist auf Facebook

Jöran Muuß-Merholz/ Thomas Pfeiffer: „Mein Kind ist bei Facebook“

Ratschläge und Tipps für Eltern. 208 S., 19,80 Euro (erschienen Juni 2012)
http://facebook-fuer-eltern.net/

 

 

 

 

 

Das Facebook-Buch für Eltern

Björn Friedrich/ Tobias Albers-Heinemann: Das Facebook-Buch für Eltern 320 S., 17,90 euro (erscheint Ende Oktober 2012) http://www.facebook.com/Elternbuch

http://www.facebook-elternbuch.de/

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2 Kommentare zu Facebook, meine Familie und ich

  1. Jens Wiemken sagt:

    „Das vollständige Lesen der AGbs“ – ist nicht wirklich euer Ernst, oder? Es fehlt eine pädagogische Instanz, die sich mal der AGBs von Facebook annimmt und die wichtigsten für Kinder ohne Zeit (kurz: KoZ) zusammenfasst. Imho. Wäre ein schönes Schulprojekt.

  2. sdw sagt:

    Hallo Jens,
    vielen Dank für Deinen Kommentar!
    In der Tat, eine verständlichere Darstellung und Erklärung der Nutzungsbedingungen wäre wünschenswert.
    Die Seite http://tos-dr.info/ versucht genau dies, für eine aktive Auseinandersetzung wäre eine eigene „Übersetzung“ sicher ein schönes Projekt an Schulen.

    Viele Grüße,
    Gregory Grund, SicherDeinWeb

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