Schülermedienscouts – Praxisbericht beim #ecco12

Schülermedienscouts - Praxisbericht beim #ecco12

„Sicher in Facebook & Co“: Unter diesem Motto unterrichten ältere Schüler als Medienscouts jüngere Schüler im Umgang mit sozialen Netzwerken. Martin Kurz, Realschulzweigleiter an der Adolf Reichwein Schule in Langen und Medienpädagogin Angelika Beranek berichten beim Educamp 2012 über ihre Erfahrungen. Hier eine Zusammenfassung im Etherpad.

 

So funktionieren die Medienscouts

Ich zitiere die Umsetzung der Schülermedienscouts aus dem Etherpad des Educamp 2012.

1. Schritt: Aufklärung von Schülern durch Medienpädagogen (hier: A. Beranek)
Inhalte: Soziale Netzwerke, Online-Mobbing, Urheberrecht, usw.

2. Schritt: Scouts werden über Facebook gesucht, Schüler/innen melden sich
Kriterien:
Sozialnote 2,
Internetaffinität (bzw. neue Medien)

3. Schritt: Ausgewählte Schüler werden in Inhalte, Präsentationen eingewiesen, üben Präsentieren.( Präsentieren ist genauso wichtig, wie das Inhaltliche, damit sie in der Lage sind, in die Klasse zu gehen) (Genau! Darum muss man z.B. auch prüfen, ob Prezis Sinn machen)
Idealfall: Scouts entwickeln vorliegende Materialien selbständig weiter

4. Schritt: „Scouts“ besuchen Klassen, präsentieren Inhalte, klären auf
Wichtig: Nicht allgemein die Frage stellen: Welche ERfahrungen habt ihr mit Onlinemobbing? Das funktioniert nicht! Sondern? Wie geht man sinnvoll vor?
Erstmal mit Vortragsstil beginnen: Datenschutz & Onlnemobbing
Fakten über Facebook, Geschäftsmodell, Börsenwelt, dann was über Bildrechte, biometrische Daten, Das Hochladen von Fotos, Passwortsicherheit.

Vortag der Medienscouts mit Klassenlehrer/in dabei
Umfang: 1 Stunde und eventuell eine Folgestunde

Anforderungen, um ein Medienscout zu werden
– Schüler muss selbst in Facebook sein
– Mindestens Sozialnote 2
– guter Schüler, der auch mal im Unterricht fehlen kann
– Klassenlehrer muss genehmigen
– mindestens ein Schuljahr älter, besser 2 (also ein Schüler aus der 9. Klasse ist Medienscout für einen Schüler aus der  7. Klasse).
– Kleinere Probleme dürfen die Medienscouts auch alleine regeln.

Fazit & persönlicher Eindruck:
Der Bericht von Martin Kurz und Angelika Beranek war sehr informativ, lebendig und abwechslungsreich. Schülermedienscouts sind in den Bereich der Peer Education einzuordnen und sind eine authentische  Möglichkeit, wissen um den bewussten Umgang zu vermitteln. Schüler aus der 9. Klasse erzählen ihr Wissen einfach anders als Erwachsene Coaches. Zudem sind sie auch nach dieser Doppelstunde wichtige Ansprechpartner für die jüngeren Schüler. Die Tatsache, dass Medienscouts in einer eigenen Facebookgruppe ansprechbar für andere Schüler sind, finde ich sehr interessant. Sehr gut gefällt mir auch die von Angelika Beranek vorgeschlagene Methode, um zu erfahren, was die Jugendliche gerne im Internet machen.  Mache einfach eine anonyme Umfrage: Was sind deine 3 Lieblingsseiten im Internet?
Ein wichtiges Argument für Schulleiter und Lehrkräfte das Konzept der Schülermedienscouts an der eigenen Schule anzuwenden könnten darüber hinaus sein:

– virtuelle Streitschlichter in der Schule verbessern das Schulklima
– kontinuierliche Entwicklung der Medienkultur an der Schule
– kosteneffiziente Ausbildungsvariante

Text: Florian Borns

 

 

 

 

Text: Florian Borns

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu Schülermedienscouts – Praxisbericht beim #ecco12

  1. Martin Kurz sagt:

    Ach, wunderbar, Florian, vielen Dank. Du hast mit deinem Artikel die erste – und eine wirklich richtig gute – Projektbeschreibung erstellt, zu der ich nie Zeit hatte. Lieben Dank!

  2. Hallo Martin,
    ihr macht mit euren Schülermedienscouts eine spannende und innovative Arbeit. Die großen Bildungstrends wie Peer Education, eigenverantwortliches Lernen und Selbstwirksamkeit setzt ihr konkret um. Taten statt leerer Worte- sehr gut!

    Ich werde gespannt verfolgen, wie ihr die Schülermediensouts an eurer Schule weiterentwickelt:)

    Lieben Gruß, Florian.

  3. Pingback: Jan Schmirmund

  4. Pingback: Jan Schmirmund – Linkliste: Social Media und Schule / Jugendmedienschutz / Cybermobbing / Social Media im Unterricht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.