Thesen für 2012: Lernen, Arbeiten & Sicherheit im Web 2.0

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Inspiriert durch den Blogbeitrag Education Tech Trends to watch in 2012 und den Mega Trends für 2012 des Magazins t3n, haben wir 7 Thesen für Lernen, Arbeiten & Sicherheit im Web 2.0 für das Jahr 2012 formuliert. Wir freuen uns über  weitere Thesen & Anregungen.


These 1: 
Ego-Googeln und E-Reputationsmanagement wird  bei beruflichen Bewerbungen  immer wichtiger!

90 % der US-Arbeitgeber nutzen Social Media, um die Eignung von Bewerbern zu überprüfen. Die soziale Transparenz durch Social Media hat Vor-und Nachteile, die sich Schüler und Lehrer bewusst machen sollten, wenn sie sich auf Bewerbungen vorbereiten.

61 % der US-Arbeitgeber sagen laut Präsentation „Job-Screening with Social Networks“, dass sie einen Bewerber wegen unangemessener Fotos oder Kommentare nicht angenommen haben. 68 % der US-Arbeitgeber gaben an, einen Bewerber wegen kompetenter Äußerungen und eines sympatischen Auftretens im Internet eingestellt zu haben.

These 2: Die Bedeutung von Facebook & YouTube für das Lernen und Lehren wird weiter zunehmen

Immer mehr Lehrer und Professoren gehen dazu über, sich der Möglichkeiten der digitalen Bildung und des Blended Learning anzunehmen und entwickeln eigene Inhalte Konzepte. Über die Facebook-Gruppen von Martin Kurz (auf Twitter @Martinkurz) aus Langen haben wir bereits berichtet. Die englischsprachige Webseite www.facebookforeducators.org ist in diesem Zusammenhang sehr lesenswert. Sehr interessant ist auch das Konzept des „Flipped Classroom“ von Christian Spannagel (auf Twitter @dunkelmunkel), der YouTube Videos aktiv in seinen Mathematik-Vorlesungen einsetzt. Kerngedanke des „umgedrehten Unterrichts“ ist es, dass Links zu Videos zur Vorbereitung im Vorfeld der Vorlesung als „Hausaufgabe“ aufgegeben werden, damit in der Vorlesung mehr Zeit für Diskussionen und gemeinsames Erarbeiten ist.

These 3: Kindersicherungssoftware für das Smartphones und Tablets wird differenzierter

Mit der immer größeren Verbreitung von Smartphones oder Tablet Computern wie dem Ipad steigt auch das Bedürfnis für Eltern die Geräte sicherer für Kinder zu machen, so dass sie nicht auf anstößige oder „gefährliche“ Webseiten kommen. Allerdings sind die Softwareangebote bisher auf Englisch, wie zum Beispiel der kostenfreie K9 Browser:

These 4: Technische Maßnahmen zum „Jugendschutz“ bleiben flankierende Maßnahmen

Eltern können mit Kindersicherungssoftware auf dem PC, Mac und auch auf dem Smartphone, wie dem Iphone 4 grundlegende Jugenschutzeinstellungen (Altersfreigaben für Filme etc.) vornehmen. Um diese zu umgehen, um man einen PIN Code eingeben. Und unter Windows 7 wertet die USK-Angaben installierte Computerspiele aus.
Dennoch bleiben diese technischen Maßnahmen nur ein Baustein im bewussten Umgang mit dem Internet. Das gemeinsame Gespräch und die regelmäßige Begleitung der Kinder und Jugendlichen ist und bleibt die wichtigste Maßnahme für Eltern.

These 5: E-Learning, Webinare & Videotutorials gewinnen an Bedeutung für Bildungprozesse.

Auf der größten europäischen Bildungsmesse Didacta gibt es dieses Jahr ein Rahmenprogramm für professionelles E-Learning.  Unter dem Motto „Social Media – neue Lernräume schaffen“ wird gemeinsam diskutiert und aufgezeigt, wie das vernetzte Arbeiten und Lernen funktionert.
Auch im Programm der Learntec in Karlsruhe spielen diese Bildungsformate eine wichtige Rolle. Hier wird gezielt gezeigt, wie man Blended Learning Konzepte mit System erstellt und welche Erfahrungen gemacht wurden.

These 6: Lehrer und andere Bildungsbegeisterte werden zunehmend ihre Inhalte unter eine Creative Commons-Lizenz stellen. 

Auf dem Educamp 2011 hat der Frankfurter Lehrer Herrn Larbig (auf Twitter @herrlarbig) zusammen mit vielen anderen eine interessante Initiative gestartet, die den Trend zu Open Education Ressources (#OER) auch in Deutschland aktiv umsetzten möchte. Dieser Initiative wünschen wir ein großes Wachstum und werden sie nach eigenen Kräften unterstützen. Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. sammelt als Portal Unterrichtsideen, -konzepte und Materialien. Zudem hat die kontroverse Debatte um den Schultrojaner gezeigt, dass die bisherige Arbeitsweise von Schulbuchverlagen nicht mehr dem Interesse vieler Lehrerinnen und Lehrer entspricht. Der bekannte Blog Netzwertig spottete, über den Schultrojaner als Innovation der Schulbuchverlage. Auch ein ZDF-Blog zeigte in einem schönen Beitrag auf, wie der Schultrojaner neue Ideen ins Bildungssystem schmuggelt.

These 7: Ein Mehr an Social Media bedeutet nicht zwangsläufig ein mehr an negative Onlineerfahrungen. Der Blog Huffington Post berichtet über einen Report, der zeigt, dass Jugendliche durch die erhöhte Nutzung von Social Media mehr Medienkompetenzen aufbauen und dadurch weniger negative Onlineerfahrungen machen. Die oft zu hörende Argumentation, dass durch eine erhöhte Nutzung von sozialen Netzwerken auch die negativen Erfahrungen steigen wird damit widerlegt. Auch die JIM Studie zeigt, dass Privatsphäre-Einstellungen von Jugendlichen mittlerweile häufiger genutzt werden, als es noch vor 2-3 Jahren der Fall war.

Wir sind gespannt, ob die Thesen dem Realitätstest in 2012 Stand halten werden und freuen uns über Feedback, Kommentare und weitere Thesen zum Lernen, Arbeiten & Sicherheit im Web 2.0.

Text: Florian Borns, SicherDeinWeb-Team

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